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Bericht Mango 2018 Team 3

 

Die Anreise jeweils über Brüssel und Paris war problemlos. Die Teams wurden von Mamadou Barry am Flughafen abgeholt. Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt.

Wir wurden vom Hotelbus unseres Hotels Maria d’Or Palace abgeholt. Leider erwies sich das Hotel für die erbrachte Leistung wiederum als zu teuer.

Die Reise mit den uns von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) zur Verfügung gestellten Jeeps begann pünktlich am nächsten Morgen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Sanierung der Straßen weiter fortgeschritten. Wir kamen schnell und ohne Pannen in Koolo Hinde am späten Nachmittag an.

 

 

OP-Betrieb

Am nächsten Tag haben wir uns aufgeteilt . Ein Teil visitierte die noch im Patientenhaus liegenden Patienten. Der Andere machte sich kurz mit dem OP_Zentrum vertraut. Das 2. Team hatte bereits für uns Patienten geplant. So konnten wir ab Mittag den OP-Betrieb aufnehmen.

Die Patienten kommen wie in den Vorjahren nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Guinea. Mitunter aus den benachbarten Ländern Senegal, Sierra Leone und Liberia. Uns ist es kaum mehr möglich, Bewohner der Region Koolo- Hinde zu identifizieren. Bemerkenswert ist, dass Patienten mit OP-Karten, ausgestellt vom Team 2 kommen, bei denen die Diagnosen nicht zum Patienten passen. Offensichtlich werden die Karten weiter gegeben, oder aber auch gehandelt. Dies war für uns der Anlass, über eine andere Form der Patientenidentifikation , z.B. durch Armbänder nachzudenken.

Jedenfalls war der Ansturm wieder enorm. Die Patienten stellten sich mit den gewohnten Krankheitsfällen vor. Das waren Strumen. Hernien. Tumore, u.v.a.m.

Bemerkenswert waren zwei Patientinnen und ein Patient mit grossen, z.T.exulcerierendem Mamma Ca. In diesen Fällen hat sich die freundschaftliche gynäkologisch-chirurgische Zusammenarbeit bewährt, die Tumore konnten entfernt und die OP-Wunden aufwändig gedeckt werden. Auch in diesem Jahr wurden wieder Kinder mit Verbrennungsnarben, z.T. grotesken Hernien und Geichtsfehlbildungen bevorzugt operiert.

Insgesamt wurden vom Team 3 95 Operationen durchgeführt. Mitunter gingen die Operation bis in die Abendstunden. Aufgrund des sehr guten Klimas und des Zusammenhalts des Teams vergingen die Tage wie im Fluge. Obwohl einige von uns bemerkten, dass der jetzige Einsatz körperlich anstrengender war als der Letzte.

Das Team wurde auch mit schwierigen Situationen konfrontiert. Zwei Patientinnen hatten nach der Operation ihrer großen Strumen Atemprobleme. Bei einer der beiden musste ein Luftröhrenchnitt durchgeführt werden, der es der Patientin möglich machte zu atmen. Beide Patientinnen mussten über mehrere Tage nachts überwacht werden. Dies stellte das Team vor große logistische und personelle Herausforderungen. Sie mussten abgesaugt werden und bekamen abschwellende Medikamente zum Inhalieren. Um die Patientinnen abzusaugen war Strom erforderlich, so dass der Generator auch nachts laufen musste. Die Nachtwachen übernahm der einheimische Kollege Ablay Diallo. Dieser unterstütze uns bei den Operationen als Assistent, begleitete uns auf Visiten und führte die postoperative Betreuung der Patienten durch. Er erklärte sich bereit Koolo-Hinde eine Woche später zu verlassen, um die Betreuung noch zu gewährleisten. Beide Patientinnen konnten letztendlich das Hospital verlassen. Den Luftröhrenschnitt werden wir im nächsten Einsatz verschließen.

Eine weitere Herausforderung ergab sich im Verlauf einer Gallenblasenoperation bei einer alten Dame. Deren Operation war in Dakar im Senegal abgelehnt worden, so dass sie nach Koolo Hinde kam. Während der Operation kam es zur Verletzung des Hauptgallengangs, der aber ohne das Vorhandensein dafür üblicher Materialien wieder rekonstruiert werden konnte. Trotzdem konnte die Patientin beschwerdefrei entlassen werden.

Die geschilderten Situationen waren für das Team logistisch, physisch aber auch psychisch eine große Herausforderung. Sie konnten nur durch den freundschaftlichen Zusammenhalt aller gemeistert werden.

Auch die Betreuung der während des Einsatzes erkrankten Teammitglieder geschah in diesem Sinne. So konnte unser Gynäkologe Karl Morgenroth infolge eines schweren Infekts mehrere Tage das Bett nicht verlassen und bedurfte entsprechender professioneller Betreuung.

Die Unterbringung des Teams war wie immer sehr gut. Viele fleißigen Hände haben gekocht, die Wäsche gewaschen, Wasser geholt. Transporte erledigt…u.v.a.m.

Leider mussten wir unseren Einsatz einen Tag früher beenden. Die GIZ, die die Jeeps zur Verfügung stellte, befürchtete wegen der angekündigten Demonstrationen Unruhen in der Hauptstadt, so daß wir einen Tag früher nach Conakry fuhren. Somit beendeten wir den diesjährigen Einsatz. Wir führten eine Inventur durch, Verpackten das Equipment staubdicht. Dabei erwiesen sich die neuen Lagerschränke als sinnvolle Investition.

 

Am Ende des Einsatzes gab es eine Zusammenkunft mit den Würdenträgern des Dorfes. Man brachte große Dankbarkeit zum Ausdruck. Das kleine Dorf Koolo Hinde ist durch Mango inzwischen über die Landesgrenzen Guineas hinaus bekannt geworden, da Patienten inzwischen aus den Nachbarländern zur medizinischen Versorgung hierher kommen. Sorge bereitet der Zustrom der Begleiter der Patienten. Diese müssen im Dorf untergebracht und versorgt werden. Wir schlugen den Bau eines Hostels vor. Dies wäre gleichzeitig eine Einnahmequelle für das Dorf. Weiterhin wünscht man sich die Fortführung der Einsätze in der gewohnten Weise.

Zum Abschluss segnete uns der Imam, was uns alle sehr berührte.

 

Fazit :Team 3 konnte den Einsatz 2018 erfolgreich beschliessen. Nach anfänglichen Problemen mit dem Materialcontainer konnten die die Ziele erreicht werden. Die Grösse der Operationen verlangt für die nächsten Einsätze eine Erweiterung von Überwachungsgeräten.

f m

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