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Bericht 2017

 

Das Team 1 entsprach fast dem 1. Team des Vorjahres identisch. Dadurch war dessen Arbeit von Routine und Erfahrung geprägt. Team 2 musste wegen diverser Absagen erfahrender Mitglieder, fast komplett neu zusammengestellt werden. Nach wenigen Tagen des Kennenlernens entwickelte sich das Team zu einer harmonisch kooperierenden Gruppe.

Der Einsatz war wieder geprägt von einem sehr hohen Andrang von Patienten aus der Region um Koolo Hinde, dem gesamten Land und inzwischen vereinzelt auch aus den Nachbarländern Sierra Leone, Liberia und Elfenbeinküste.

Nach der verheerenden  Ebola-Epidemie im Jahr 2015 liegt das staatliche Gesundheitswesen weiterhin so gut wie am Boden. Das 50 km entfernte Distriktkrankenhaus, zuständig für 200.000 Einwohner ist nur mit einem Chirurgen, einem Internisten und einem Zahnarzt ausgestattet. Es starben 3 Ärzte  an Ebola.

Die Flüge der Teams waren mit erheblichen Verzögerungen verbunden. Das lag an den Verzögerungen, verursacht durch Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber im Flugzeug.

So wurde der Rückflug des ersten Teams verschoben und die Fluggesellschaft hat uns keinen annehmbaren Rückflug angeboten. So fuhr das Team ab Basel mit einem Mietauto nach Frankfurt.

Da noch genügend Material vom Container des letzten Einsatzes vorhanden war, konnte notwendiges Material im Fluggepäck mitgenommen werden. Die geplanten Mengen waren bis auf Kleinigkeiten ausreichend. Anfängliche Bedenken hinsichtlich der Mitnahme von alkoholischen Desinfektionsmitteln erwiesen sich als unbegründet.

Die Vorbereitung des Einsatzes erfolgte wie üblich. Treibstoff und Lebensmittel wurden nach Koolo-Hinde transportiert. Des Weiteren wurden wieder einheimische Helfer rekrutiert. Die Gruppe der lokalen Arbeiter war ungefähr gleich groß wie im letzten Jahr. Ebenso der Arbeitseinsatz. Neu waren 2 Köchinnen aus dem Waldteil Guineas. Sie erwiesen sich für uns als Segen.

Die Transporte der Teams ins Landesinnere waren schlichtweg eine Katastrophe. Über weite Teile war die zu befahrende Nationalstraße Nr. 1  nicht vorhanden. Die Qualität der Busse war eine Zumutung. Das 2. Team benötigte einen Zwischenstopp in Kindia, da eine Weiterfahrt ohne eine Reparatur des Busses nicht möglich war. Dadurch ging ein OP-Tag verloren. Für die Rückfahrt des 2. Teams stand kein geeigneter Bus zur Verfügung, so dass 3 Pick-Up’s gemietet werden mussten. Sollte sich die Strasßensituaton nicht ändern, wovon auszugehen ist, ist dies die einzige sinnvolle Art des Transports.

Das erste Team hatte die Aufgabe, das OP-Zentrum in Betrieb zu setzten. Während unserer Abwesenheit wurde einiges repariert. Es wurde der Zaun repariert und die Schlösser gewechselt, wobei die neuen Schlösser wieder nicht funktionieren. Einige weitere Reparaturen stehen noch aus. Die Räume waren, wie erwartet, sehr verstaubt. Im staatlichen Poste de Sante fehlten wieder einige Matratzen.

Nach Konsultation und Akquise der ersten Patienten wurde der OP-Betrieb aufgenommen. Es wurden täglich 8-10 Operationen  an insgesamt 25 OP-Tagen durchgeführt.

Abbruch 1 Summe 253
Abszessspaltung 6 Davon Kinder< 15 J 52
Anal Fistelspaltung 4  
BauchwandbruchNetz 1  
Epigastrische Hernie 11  
Schenkelbruch 3  
Halscyste 1  
Hämorrhoiden n. Milligan Morgan 5  
Hämorrhoiden mit Stapler 7  
Hydrocele (Wasserbruch) 9  
Gebärmutterentfernungen 4  
Introitusplastik 2  
Laparatomie 3  
Leistenbrüche 86  
Lipom Entfernung 16  
Myomentfernung 1  
Nabelbrüche 8  
Narkoseuntersuchung 4  
Oberschenkelamputation 2  
Ohrfibromentf 2  
Eierstockentfernung 4  
Probenentnahme 2  
Plastischer Eingriff 1  
Kaiserschnitt 2  
Hodenentfernug 1  
Schilddrüsen OPs 30  
suprapub. Katheter 3  
Tumorexcision 7  
Uterus Prolaps, Netzimplant 4  
Verbandswechsel 6  
Blasenscheidenfisteln 5  
Wide excision Tumor 1  
Wundrevision/Sekundärnaht 11  

 

Am 30.01. konnte das 2. Team die Arbeit aufnehmen. Durch die Bus-Panne leider mit einem Tag Verspätung.

Die schriftliche Übergabe ermöglichte eine kontinuierliche Betreuung der noch im Patientenhaus liegenden Patienten. Team 1 hat bei einigen Patienten histologische Gewebeproben entnommen. Diese konnten gleich nach ihrer Rückkehr untersucht werden. Leider waren einige Patienten nach der Übermittlung der Ergebnisse nicht mehr zu kontaktieren.

Bemerkenswert ist leider die Zunahme von sekundär heilenden OP-Wunden. Dies stellten wir zum ersten Mal fest, obwohl sich die Arbeitsweise, die Umweltbedingungen oder das Material (z.B. Sterilität) seit vielen Jahren unverändert bewährt haben. Im Gegenteil: Verbesserungen hat es bei der sterilen Abdeckung und den OP-Kitteln  gegeben. Man wird weiter kritisch nach den Ursachen und nach Verbesserungspotential suchen müssen.

Frau Angelika Barth, unsere langjährige Gynäkologin, hospitierte einige Tage im Distriktrankenhaus in Daboloa. Sie berichtete von mitunter komplexen Operationen mit ungenügender materieller Ausstattung. Es fehlt an Verbrauchsmaterial und medizinischen  Geräten. Es wird über eine Unterstützung des Krankenhauses durch den Vereins zu diskutieren sein. Es sind kaum Medikamente für eine sichere Narkose vorhanden.

Am Ende des Einsatzes fand ein Treffen mit den Würdenträgern des Dorfes statt. Diese brachten ihre Dankbarkeit, Akzeptanz  und ihre Verbundenheit zum Verein und dessen  Einsätze zum Ausdruck. Es besteht der Wunsch, diese Einsätze  unbedingt weiter zu führen.

Durch die den Einsätzen folgenden Projekte „Bau des Patientenhauses“ oder „Licht für Koolo Hinde“ konnte sich Koolo Hinde als Dorf weiterentwickeln

Bei einem Besuch der Schule konnten wir erfahren, dass die Mittel für die Schulbücher fehlen. Spontan spendeten einige Teammitglieder etwas Geld. Die Bücher wurden am gleichen Abend geliefert. Verwunderlich war aber, dass auf den Büchern vermerkt war, dass sie kostenlos vom Staat zur Verfügung gestellt werden.

Wie bei jedem Einsatz konnte nicht jeder Patient versorgt werden. Zu groß war der Ansturm. Deshalb ist die Fortführung unserer Bemühungen weiterhin dringend  notwendig. Die finanzielle Ausstattung des Vereins ist durch eine breite Basis vieler Spenden, auch einzelner  hoher  Spenden  gesichert.

Über die konkreten Pläne 2018 wird zu berichten sein. 

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f m

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