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Bericht Mango 2016

Am nächsten Tag wurde das Centre für  die Operationen vorbereitet.

Das Centre war nicht belagert. Nur wenige kamen zu unser Sprechstunde auf die Veranda. Es waren meist drastische Tumor Fälle.

Sofort begann die Patientenauswahl für den 1. OP Tag. Wir arbeiteten zuerst die Liste von Koolo Hinde ab. Es gab Listen mit über 300 Patienten aus der Region, die wir nicht abarbeiten konnten. Nach 1 Woche Sprechstunde beim heimischen Pfleger Camano war unser OP Plan voll. Wir beendeten die Sprechstunde und schauten nur noch Frauen, Kinder und ausgewählte Fälle an.

Wir haben allen Patienten, die wir gesehen haben, die aber von uns nicht mehr operiert werden konnten, , mit einer Karte für das 2. Team bedacht und bereits OP-Termine für das 2. Team vergeben.

Djenabou, unsere Dolmetscherin,  sorgte für wohltuende Ruhe im Centre. In der separaten Sprchstunde konnte Angelika Barth eine große Anzahl von Frauen sehen, die sonst evt. Im allg. Trubel untergegangen wären. Notfälle wurden jederzeit angesehen. Es waren aber wenige.

Auch in der gynäkologischen  Sprechstunde  wurden Patientinnen  zum Operieren gesehen.

Es  fanden 8-10 Operationen an, 14 OP Tagen statt, wobei diesmal auch geplante  Patienten nicht erschienen.

Leistenhernien mit Netz 33 Gyn. Narkoseuntersuchungen 2
Leistenhernien Shouldice 9 Vesicovaginale Fisteln 6
Nabel- und epigastrische Hernien 5 Sectiones 2
Strumen 29 Uterus Prolaps 7
Stapler Hämorrhoiden 3 Hysterektomie 1
Milligan Morgan 3 Komplizierte Geburt 1
Osteomyelitis 1 Beckencysten 1
Polytraumaversorgung 1 Ablatio mammae 2
Kinder 10 Uterus-Myome 4
Tumore 11 Abszess Inzision 1
LK PE/Tumor PE  ein war ein Hodgkin Lymphom 2 Haut PE auf Buruli  =negativ 2
VW bei der Osteomyelitis in Narkose 2 Sigmaübernähung (Gleithernie) 1
Ablatio testis 2 Appendektomie 1

Der OP Betrieb lief sehr routiniert. Wegen des fehlenden Containers, der wegen Korruption und Missmanagement seitens der Behörden erst während des Einsatzes des 2. Teams eintraf, gab es nur wenige Engpässe, die gut gemeistert wurden. Gerne hätten wir bessere Geräte  gehabt. Alle OPs konnten mit den sterilen  Abdeckungen von 2013 gemacht werden. Es fehlte uns an nichts. Erst im Laufe der Zeit gingen uns die Infusionen, dann die OP-Masken  und die Händedesinfektion aus. Alles konnten wir vor Ort einkaufen.

Ebola spielte keine Rolle mehr. Konsequent wurde von uns Fieber gemessen. 1x wurde ein Ebolaschnelltest gemacht.

Erfreulich war die Wiedervorstellung  eines 14 jährigen Jungen  mit einer inzwischen stabilen  offenen Oberschenkelfraktur und Osteomyelitis  von vor 2 Jahren. Jetzt entfernten wir die Antibotikakette, da noch 2 Fisteln bestanden. Die große verbleibende Höhle im Femur wurde vom 2. Team gedeckt.

Uns begleitete Dr. Keita, ein Arzt ohne praktische Erfahrung, der eine Ausbildung zum Chirurgen anstrebt. Dazu kam Dr. Diallo aus dem Krankenhaus in Dabola zur Fortbildung. Er ist der Nachfolger des  Chirurgen, der an Ebola gestorben war. Sein Repertoire beschränkt sich auf Hernien, Appendektomien und Kaiserschnitten. Er hat 3 Jahre chirurgische Erfahrung. Wir haben ihm Hernien assistiert und ihm den Hernienverschluss mit einem Kunsstoffnetz (in Deutschland inzw. üblich). Er klagt, es kommen aber wenige Patienten seit Ebola-Krise  ins Krankenhaus. Dabola mit seiner  neuen schönen Ebolastation wird gemieden. Die Röntgenanlage ist defekt, es fehlt an allem. Narkosen werden ausschließlich mit Ketamin gemacht. Medikamente sind in der Apotheke ausreichend vorhanden. Hier besteht der Wunsch auf Ausrüstung und OP Training. Wir baten ihn, ein Konzept für eine Zusammenarbeit auszuarbeiten. Seine Wünsche müsste er konkretisieren. Dann sollten wir eine künftige Zusammenarbeit diskutieren. Sinnvoll wäre es,  ein Team aus Anästhesist/OP Schwester/Chirurg nach Dabola zu schicken. Und eine  Ausbildung vor Ort durchzuführen.

 

Bericht Koolo-Hinde 2016 13.02.-02.03.2016 /2. Team

Am Samstag trafen sich das Team aus Frankfurt und München kommend in Paris. Das Team bestand aus 3 Chirurgen, 2 Anästhesisten, 3 OP-Schwestern bzw. Pflegern und  einer Anästhesieschwester. Bailo Barry war  unser Dolmetscher und Organisator. Erstmals begleitete uns ein Medizintechniker. . Insgesamt waren 6 Mitglieder das erste Mal in Guinea. Der Flug, die Einreise und der Aufenthalt in Conakry waren problemlos.

Da der Container bis dahin immer noch nicht Conakry verlassen hat, waren wir gezwungen, noch Infusionen und Trinkwasser mit in unserem Bus nach Koolo mit zunehmen. Dadurch sind wir erst verspätet aufgebrochen. Eine Reifenpanne verzögerte unsere Fahrt zusätzlich.

Schließlich kamen wir im Dunkeln nach anstrengender Fahrt in Koolo Hinde an, wo wir herzlich begrüßt wurden.

Das OP-Zentrum war bereits betriebsbereit. Den ersten Tag wollten wir nutzen, den neuen Teammitgliedern die Abläufe zu erklären und die bereits für uns vom 1. Team  gesehenen Patienten kennen zu lernen. Aber bereits am ersten Tag wurden 2  Männer mit Verletzungen an der Hand nach Jagdunfällen zu uns gebracht. Dies e mussten sofort operiert werden. Dadurch war der Start an den folgenden Tagen etwas holprig. Nichtsdestotrotz konnten jeden Tag 8-10 Patienten operiert werden.

Ein bewegender Fall wurde uns bereits in Deutschland angekündigt. Seit geraumer Zeit befand sich ein junger Mann, Moussa, bei den Kollegen bei der befreundeten Organisation in Dow-Bodie in Behandlung. Dieser litt seit mehreren Jahren an einer fas den gesamten Schädel bedeckende Wunde, die bereits in Richtung Gesichtsschäden reichte.  Dies führte zu fast vollständigen Erblindung des Patienten. Frau Dr. El Sigai, unsere Plastische Chirurgin, reinigte die Wunde in Narkose und bereitete diese auf eine Hauttransplantation vor. Leider mussten wir am Tage der OP feststellen, dass die entsprechenden Klingen zur Entnahme der Spenderhaut abhandengekommen sind, vermutlich wurden sie gestohlen.  Wir haben versucht, weitere Klingen aus Deutschland zu beschaffen, was aber in der Kürze der Zeit nicht gelang. Am Ende des Einsatzes konnten wir Moussa mit seiner Mutter nur an uns bekannte Ärzte in Conakry verweisen, in der Hoffnung, daß die weiterführende Behandlung dort geschehen kann. Spontan spendeten Teammitglieder Geld und die Reise und den Aufenthalt in der Hauptstadt zu ermöglichen. Trotzdem konnten durch Frau Dr. El Sigai mehrere Patienten erfolgreich operiert werden.

Mit zunehmender Einsatzdauer stellte sich immer mehr Routine bei allen Berufsgruppen ein. Ein großes Problem war für uns Europäer die jeden Tag höher steigenden  Temperaturen. Bis zu 40 Grad in der Mittagzeit erschwerten das Arbeiten sehr.  

Die Teilnahme des Medizintechnikers Robert Janssen machte sich auch sehr bezahlt.

Die Wasserversorgung ders OP-Zentrums konnte repariert werden. Jeder OP-Saal verfügt nun über  je 1 Beatmungsgerät, 1 Sauerstoffgerät, 1 Überwachungsmonitor, 2 Perfusoren, 1 Absauggerät und je einen Elektrokauter. Ein bisher defektes Ultraschallgerät konnte repariert werden.

Die einheimischen Angestellten unterstützen und bei unserer Arbeit tatkräftig. Hervorzuheben ist das Engagement der Reinigungsdamen. Ihr Fleiß und ihre Einsatzbereitschaft war vorbildlich. Obwohl offensichtlich die einheimische Bevölkerung auch unter der Hitze litt.

Innerhalb der ersten Woche kam schließlich der Container aus Conakry an. Dieser musste im laufenden Programm entladen und sortiert werden. Ein Zöllner begleitete den Transport. Dieser war von unserer Arbeit so begeistert, daß er sich für den Erlass sämtlicher Strafzölle und zusätzlicher Liegegebühren einsetzen will.

Mit nur einem Tag Pause führten wir an 14 OP Tagen 110 Operationen durch. Das waren.

Strumen  11

Leisten und Schenkelhernien 27

Scrotalhernien  6

Verbandwechsel und Wundversorgung in Narkose 8

Vesiko-Vaginale Fisteln 3

Tumore  19

Epigastrische Hernien 3

Proktologische Operationen 16

Orchektomien 2

Hydrocelen     4

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten 1

Sonstige 8

Die erhoffte Ausbildung von einheimischem medizinischem Personal konnte leider nicht erfolgen. Der einzige Chirurg mit entsprechender Erfahrung konnte nur an wenigen Tagen an Operationen teilnehmen.

Der Einsatz hat gezeigt, dass von allen Teammitgliedern ein hohes Maß an fachlicher aber auch sozialer Kompetenz gefordert ist. Nicht immer es möglich, sich im Vorfeld des Einsatzes  intensiv kennen zu lernen.  Sicher  lässt sich die Kommunikation vor einem Einsatz, gerade mit einem hohen Anteil neuer Teilnehmer verbessern.  Aber an den Abenden auf der Terrasse unseres Unterkunftshauses konnten bei einer Flasche Bier viele Probleme besprochen und gelöst werden.   

f m

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