Copyright 2023 - Finpari - Mango e.V.

Mango e.V.

Gynäkologie und Geburtshilfe in der Region

bild angelika

Mein Name ist Angelika Barth. Ich bin seit langem bei den Einsätzen von Mango e.V. in Guinea als Gynäkologin dabei. Hier in Deutschland habe ich als Oberärztin in der Klinik und als niedergelassene Frauenärztin gearbeitet. Ich sehe auf jeden Fall einen Fortschritt über die Zeit. Dies ist auch der Grund, warum ich immer wieder froh war, mitfahren zu dürfen. Natürliche ist dies ein langer Weg. Man darf nicht vergessen das Europa auch nicht plötzlich im 21. Jahrhundert angekommen istEin großes Anliegen ist mir die Versorgung von werdenden Müttern und deren Kindern zu verbessern - vor allem wenn wir nicht vor Ort sind. Viele Erkrankungen können bei chirurgischen Einsätzen wie z. B. die Star Operation am Auge oder die Operation bei einer Struma angegangen werden. Schwangere können nicht auf einen neuen Einsatz warten. Es stellt sich immer die Frage wie kann die Situation der Frauen verbessert werden damit sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können? Und was können wir machen, um die vorhandenen Strukturen zu unterstützen? Dies ist nur möglich durch persönlichen Kontakt; die Menschen dort müssen mitgenommen werden.

Weiterlesen ...

3 Wochen in Guinea

Licht und Schatten in Koolo Hinde

Erlebnisbericht Eklampsie
Mein Name ist Désirée Hofmuth, ich bin seit 12 Jahren als Ärztin in der Gynäkologie und Geburtshilfe tätig und war dieses Jahr das erste Mal mit Mango e.V. im Einsatz.
Es war eine wahnsinnig intensive und erlebnisreiche Zeit, mit vielen schweren Krankheitsbildern, wie man sie so bei uns zu Hause eher selten bis nie erlebt. Ein Fall ist mir und auch dem gesamten Team hierbei besonders im Gedächtnis geblieben, so dass ich gebeten wurde, hier an dieser Stelle darüber zu berichten. Dieser Bitte komme ich natürlich sehr gerne nach.
Es handelt sich hierbei bewusst um einen Erlebnisbericht und keine fachliche Abhandlung im Sinne einer medizinischen Publikation, sodass es auch für den medizinischen Laien verständlich bleibt.
Wir waren bereits einige Tage in Koolo Hinde, hatten uns soweit gut eingelebt und bereits die ersten Operationen durchgeführt, als gegen Mittag eine schwangere Patientin, getragen von 3 Familienangehörigen, zu mir in das Untersuchungszimmer gebracht wurde. Bereits auf den ersten Blick war klar, dass hier etwas so gar nicht stimmte. Die Patientin war bewusstlos und krampfte am gesamten Körper, ein Anblick der einen als erfahrenen Geburtshelfer sofort an eine Eklampsie denken lässt, die schwerste Form der Schwangerschaftsvergiftung, mit hohem Risiko für Mutter und Kind vergesellschaftet. Da die Patientin selbst keine Angaben machen konnte, befragten wir schnell die Angehörigen. Die Patientin sei bereits am Vormittag bei der Hausarbeit zusammengebrochen, seither habe sie immer wieder gekrampft. Dies musste bereits Stunden her sein, meine Sorge wurde immer größer. Im orientierenden Ultraschall zeigte sich, dass das Baby lebte, der Herzschlag war regelmäßig und kräftig. Da in Guinea eine Schwangerschaftsvorsorge nicht üblich ist, und es oftmals überhaupt keine schriftlichen Befunde ähnlich eines Mutterpasses gibt, lagen auch hier überhaupt keine Angaben zum bisherigen Schwangerschaftsverlauf und der Schwangerschaftswoche vor.
Jedoch befand die Patientin sich nach Angaben der Familie erst im 7. Schwangerschaftsmonat, also noch deutlich in der Frühgeburtlichkeit. Daheim in Deutschland stellt die Versorgung eines Kindes im 7. Schwangerschaftsmonat überhaupt kein Problem dar, in Guinea allerdings hatten wir keine neonatologische Versorgungsmöglichkeit.

Weiterlesen ...

Bericht des 2. Teams Teil 2

So arbeiteten wir die ersten 13 Tage durch. Am 26.2.2023 machten wir einen Ausflug nach Dabola und besuchten den im Präfektur arbeitenden Chirurgen M.Diallo, den wir von mehreren früheren Einsätzen bereits gut kannten. Das Krankenhaus, dessen ärztlicher Leiter er inzwischen ist, ist neu errichtet, vieles hat sich seit unserem letzten Aufenthalt getan, aber die strukturellen Probleme sind trotz aller Bemühungen nicht wesentlich verbessert. Nach dem Besuch des Krankenhauses ging es durch die Stadt über den Markt. Auf dem Weg zum alten Bahnhof, der bereits seit 1990 nicht mehr in Betrieb ist und dementsprechend ein lost place (aus den Ritzen der Ruine schlängeln sich Bäume, die nicht abgesicherte Ruine sieht an vielen Stellen sehr einsturzgefährdet aus). Rundherum Handwerker (eine Einschmelzerei von alten Autokühlern um ein paar Rohstoffe zu erhalten), Schreiner, Schmiede. Es blieben uns noch 2 Tage, an denen wir noch einige Patienten versorgen konnten. Insgesamt war der medizinische Einsatz unkompliziert, bei den täglich 2 mal stattfindenden Visiten (morgens und abends) wurden die operierten Patienten mit Schmerzmitteln versorgt und die Wundverbände kontrolliert..

Bericht des 2. Teams Teil 1

Am 11.02.2023 ist Team 2 des Mangoeinsatzes 2023 zum Teil von Frankfurt, zum Teil von Berlin aus nach Brüssel, um von dort aus gemeinsam nach Conakry zu fliegen. Im Team 4 neue Teammitglieder. Der Flug war problemlos, alle Koffer waren in Conakry gelandet. Nach den üblichen Kontrollen und dem Anstehen nach einem im Pass eingeklebten Visum ging es dann zum Hotel. Am folgenden Tag holten uns unsere Fahrer, die die GIZ zur Verfügung gestellt hat, ab. Die Reise nach Koolo Hinde nach wie vor beschwerlich, aus Conakry herauszukommen ein Abenteuer, Stau, Stau, Staub. Die Straßen in Guinea werden zwar immer wieder unter Anleitung chinesischer Vorarbeiter, erneuert, trotzdem gibt es sehr viele Abschnitte die in katastrophalem Zustand sind. Nach gut 11 stündiger Fahrt mit ein paar Pausen erreichten wir Koolo Hinde, dort erwarteten uns schon eine Menge Menschen. Am Folgetag begannen wir die mitgebrachten Materialien auszupacken und richteten das OP Zentrum ein, dies nahm einen Tag in Beschlag so dass wir erst am 2. Tag mit den Operationen begannen. Das erste Team hatte bereits eine Vielzahl von Patienten gesichtet, wir haben versucht alle die mit einem Kärtchen ausgestattet waren in unseren OP-Plan einzubauen, was leider nicht bei allen gelang. Insgesamt haben wir 102 Patienten operiert, ein Tropfen auf den heißen Stein bei einem mehr als desolaten Gesundheitswesen in Guinea. Keine Sozialversicherung, keine ausreichende Infrastruktur, Mangel an den notwendigsten Dingen, keine Vollnarkosen. Wie in jedem Einsatz der letzten Jahre haben wir vorwiegend Hernien, Strumen, Parotistumore,Lipome, Hämorrhoiden operiert, aber auch exotischere Krankheiten wie z.B. ein sehr großes Cystom des rechten Ovars. Wie bei früheren Einsätzen haben wir auch diesmal wieder zwei Kinder mit Osteomyelitiden (Knochenentzündung nach nicht adäquat versorgten Brüchen/nachWunden durch einen Schlangenbiß) operiert. Eine absolute Rarität war ein Aneurysma der v. jugularis interna. Zwei Patienten aus dem ersten Team hatten nach einer Skrotalhernienoperation und einer Operation an den Hodenhüllen, tiefreichende Infekte und mussten 2x revidiert werden.

f m

Spendenkonto

Spendenkonto: Frankfurter Sparkasse

Empfänger: Mango e.V.

IBAN: DE82 5005 0201 0000 1094 39

Log-In